15 Jahre Trauernetzwerk Bielefeld

15 Jahre Trauernetzwerk Bielefeld

Vor 15 Jahren gab es in Bielefeld schon ein vielfältiges Angebot für Menschen in Trauer. Im Februar 2003 begannen die TrauerbegleiterInnen ihre Angebote zusammen zu tragen, sich  weiter zu vernetzen und jährlich ein gemeinsames Programm herauszugeben.

Das erste Treffen fand am 5. Februar 2003 statt, damals waren jeweils eine Vertreterin aus dem Johanneswerk, dem Hospiz e.V., Bethel, dem Stationären Hospiz Haus Zuversicht und Haus Salem zusammengekommen, mit dem Ziel „einer engeren Vernetzung der Angebote für trauernde Menschen, um das Netz so dicht zu weben, dass es vielleicht irgendwann gewährleistet ist, dass jeder Trauernde das Angebot findet, welches er benötigt … und ein größeres Bewusstsein zu schaffen.“

Seither treffen sich Vertreterinnen aus allen 17 Initiativen und Vereinen, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben.

Die Erde braucht Trauernde

„Gesegnet sind die Trauer tragen. – Wenn die Toten sich ausruhen vom Totsein, dann stehen sie auf und singen – dieser Satz findet sich in einer alten und weisen Trauerbegleitung. Die Verstorbenen sind nicht so weit weg, dass sie nicht zum Singen kommen könnten.

Zwischen Tod und Leben gibt es eine schmerzliche Lücke, aber keine eiserne Tür, die nur in eine Richtung zu durchschreiten wäre. Beide Welten sind durchlässig. Lebende und Verstorbene können gemeinsam ihre Stimmen erheben und da sein. Doch wer vermag diesen Zusammenklang zu hören? Die Trauernden auf dieser Erde haben ‚Organe‘, mit denen sie hören, was kein Ohr sonst zu hören vermag. Sie haben Augen, mit denen sie wahrnehmen, was kein Auge je gesehen. Gesegnet sind die Trauernden, denn diese Erde braucht sie.“

Diesen Text entwarf Wolfgang Teichert, Pastor und ehemaliger Vorsitzender als Leitgedanken für die Arbeit des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V.

Termine und Angebote 2018

Alle Angebote, die 2018 beginnen, oder die über den Jahreswechsel 2017/18 hinaus stattfinden.

Eine Übersicht finden Sie außerdem hier als pdf-Datei (281 KB).

St. Jodokus Bielefeld Header

Offener Trauertreff in der Jodokus-Gemeinde

Die Jodokus-Gemeinde bietet einen offenen Trauertreff an, der jedem zweiten Mittwoch im Monat von 16:00 – 18:00 Uhr stattfindet. Alle Trauernden, egal welchen Glaubens und welcher Nationalität sind herzlich willkommen.

Begegnungszentrum Kreuzstraße Bielefeld

Trauercafé Kreuzstraße

Ab Februar findet an jedem ersten Sonntag im Monat von von 15:00 – 17:00 Uhr ein „offenes Trauercafé“ im Begegnungszentrum Kreuzstraße 19a in Bielefeld-Mitte statt.

Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und deren Familien

Sterntaler begleitet Familien in ihrem persönlichen Trauererleben während einer lebensverkürzenden Erkrankung als auch nach einem Todesfall.

Begegnungszeit für Trauernde

Offenes Gesprächsangebot von Anne Wiebusch und Pia Hamann im Raum für Abschied und Erinnerungen der Bestatterinnen Noller – Ziebell und im Bestattungshaus Ute Heiler

Spaziergänge für Betroffene nach Suizid

Unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs sein“ lädt der Hospiz e. V. Bethel Angehörige, Freunde und Betroffene nach Suizid zu Spaziergängen in der Natur ein.

Spaziergang für Trauernde Beitragsbild

Spaziergänge für Trauernde

Unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs sein“ lädt der Hospiz e. V. Trauernde zu Spaziergängen in der Natur ein. Die Spaziergänge beginnen jeweils um 14:30 und werden etwa 2,5 bis 3 Stunden dauern. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

ab 20.11.17: Gesprächskreis für Trauernde im Bonhoeffer Gemeindehaus

Zu einem Gesprächskreis für Trauernde im Dietrich Bonhoeffer Gemeindezentrum, Am Brodhagen 36, lädt der Hospiz e. V. Bethel herzlich ein.

Weltgedenktag für verstorbene Kinder

In jedem Jahr am 2. Sonntag im Dezember findet der Weltgedenktag für verstorbene Kinder statt. Als Zeichen des Gedenkens und der Erinnerung stellen an diesem Tag Betroffene auf der ganzen Welt eine brennende Kerze in ein Fenster.

Evangelische Kirchengemeinde Sennestadt

ab 25.01.18: Trauergruppe Sennestadt

Fünf Abende / jeweils von 19:30 – 21:00 Uhr, donnerstags im Gemeindehaus an der Jesus-Christus-Kirche Fuldaweg 5, 33689 Bielefeld.

Lebensfaden weben

04.03.18: Ich webe meinen Lebensfaden

Wir möchten Sie einladen, Ihr Leben und Ihre Erinnerungen in einem Web-Bild zu erleben, zu erfühlen, zu begreifen, zu spüren und zu sehen.

Ab 06.03.18: Trauergruppe für junge Erwachsene

Ein Angebot für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 28 Jahren im Frühjahr.

Wegbegleitung Trauerprozess

Ab 13.03.18: Wegbegleitung für Menschen in Trauer (Frühjahr)

Hospizarbeit im Ev. Johanneswerk lädt zu einer Wegbegleitung für Menschen in Trauer ein: Sieben Termine im Frühjahr, jeweils mittwochs von 17:00 – 19:00 Uhr

St. Johannes Baptist Bielefeld

29.04. + 02.11.18: Gottesdienst für Trauernde

Jeweils am 2. November und in der Osterzeit wird von der Gruppe Trauerbegleiterinnen , die von Gemeindereferentin Regina Beissel begleitet werden, ein Gottesdienst für Trauernde angeboten.

Trauerfeier für unbedacht Verstorbene

Trauerfeier für unbedacht Verstorbene

Vier mal pro Jahr findet in der Kapelle auf dem Sennefriedhof eine Trauerfeier für „unbedacht Verstorbene statt“.

140403-trauer-urlaubstag

05.08.18: Ein Urlaubstag für die Seele

Wir möchten Sie einladen, einen Tag mit anderen Betroffenen zu verbringen, um Erinnerungen auszutauschen, die Seele baumeln zu lassen, ein gemeinsames Essen zu genießen, einen schönen Spaziergang zu machen …

ab 11.10.18: Kochkurs für trauernde Männer

An insgesamt sechs Vormittagen in wöchentlichem Rhythmus steht neben der Zubereitung der Mahlzeiten und dem gemeinsame Essen auch der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen im Mittelpunkt . Bei der Gelegenheit können außerdem Tipps, Tricks und Rezepte ausgetauscht, sowie Grundkenntnisse aufgefrischt werden.

ab 06.11.18: Wegbegleitung für Menschen in Trauer (Winter)

Hospizarbeit im Ev. Johanneswerk lädt zu einer Wegbegleitung für Menschen in Trauer ein: Acht Termine im Winter, jeweils dienstags von 17:00 – 19:00 Uhr

Silvester für Trauernde - Jodokus Gemeinde Bielefeld

31.12.18: Begegnung zum Jahresende für Trauernde

Jedes Jahr zu Silvester, am 31. Dezember, lädt die Jodokus-Gemeinde Trauernde ein: Ein festlicher Jahresabschluss, ein Fest für Leib und Seele! Beginn: 15:00 Uhr

Sennefriedhof Bielefeld Header

Trauerfeiern für Kinder und unbedacht verstorbene

Unabhängig vom geplanten Jahresprogramm wurden Trauer-Termine für unbedacht Verstorbene und Kinder ergänzt, die sich jährlich oder mehrmals pro Jahr wiederholen:

 

Termine und Angebote 2017

In den nächsten Tagen werden die Termine und Angebote für 2017 aktualisiert.

Hier ein – noch nicht vollständiger – Überblick. Details finden Sie bei den einzelnen Mitgliedern des Trauer-Netzwerkes, sowie in einer Übersicht als pdf.

Ab 06.03.18: Trauergruppe für junge Erwachsene

Ein Angebot für junge Erwachsene im Alter von 18 bis 28 Jahren im Frühjahr.

Weltgedenktag für verstorbene Kinder

In jedem Jahr am 2. Sonntag im Dezember findet der Weltgedenktag für verstorbene Kinder statt. Als Zeichen des Gedenkens und der Erinnerung stellen an diesem Tag Betroffene auf der ganzen Welt eine brennende Kerze in ein Fenster.

Advent 2015

03.12.17: Advent und Weihnachten – kann ich das dieses Jahr?

Engel und Sterne, ertrage ich das? Halte ich das aus? Wir möchten Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, die Adventzeit als eine gute Trauerzeit zu nutzen.

ab 20.11.17: Gesprächskreis für Trauernde im Bonhoeffer Gemeindehaus

Zu einem Gesprächskreis für Trauernde im Dietrich Bonhoeffer Gemeindezentrum, Am Brodhagen 36, lädt der Hospiz e. V. Bethel herzlich ein.

Sennefriedhof Bielefeld Header

17.09.2018: Ein Hauch von Leben …

Am Montag, den 18. September 2017 lädt die Krankenhausseelsorge in Bielefeld zu einer Trauerfeier mit Urnenbeisetzung am Kindergrabfeld ein. Sennefriedhof BielefeldDort werden die fehl- und totgeborenen Kinder beigesetzt, deren Eltern sich in den vergangenen Wochen für diese Art der Bestattung entschieden haben.

Spaziergang für Trauernde Beitragsbild

Spaziergänge für Trauernde

Unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs sein“ lädt der Hospiz e. V. Trauernde zu Spaziergängen in der Natur ein. Die Spaziergänge beginnen jeweils um 14:30 und werden etwa 2,5 bis 3 Stunden dauern. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

Spaziergänge für Betroffene nach Suizid

Unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs sein“ lädt der Hospiz e. V. Bethel Angehörige, Freunde und Betroffene nach Suizid zu Spaziergängen in der Natur ein.

Austausch und Begegnung

Austausch und Begegnung …

Wir möchten Sie einladen, bei einer Tasse Tee/Kaffee in einem geschützten Rahmen mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen, die Ähnliches erlebt haben.

Begegnungszeit für Trauernde

Offenes Gesprächsangebot von Anne Wiebusch und Pia Hamann im Raum für Abschied und Erinnerungen der Bestatterinnen Noller – Ziebell und im Bestattungshaus Ute Heiler

Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und deren Familien

Sterntaler begleitet Familien in ihrem persönlichen Trauererleben während einer lebensverkürzenden Erkrankung als auch nach einem Todesfall.

Begegnungszentrum Kreuzstraße Bielefeld

Trauercafé Kreuzstraße

Ab Februar findet an jedem ersten Sonntag im Monat von von 15:00 – 17:00 Uhr ein „offenes Trauercafé“ im Begegnungszentrum Kreuzstraße 19a in Bielefeld-Mitte statt.

St. Jodokus Bielefeld Header

Offener Trauertreff in der Jodokus-Gemeinde

Die Jodokus-Gemeinde bietet einen offenen Trauertreff an, der jedem zweiten Mittwoch im Monat von 16:00 – 18:00 Uhr stattfindet. Alle Trauernden, egal welchen Glaubens und welcher Nationalität sind herzlich willkommen.

November-Morgen

An einem klaren, kalten, aber sonnigen Novembermorgen
am Grab stehend,
Wochen und Monate, vielleicht sogar Jahre danach,
allein da sein,
sich erinnern, wie wir damals in der Frühlingssonne
am offenen Grab gestanden haben,
damals,
noch ganz befangen in der Trauer des Augenblicks,
und erkennen nicht die ganze Tragweite.
An einem ruhigen, kalten und sonnigen
Novembermorgen noch einmal da stehen.
Ein Grabstein,
ein umpflanztes Feld.
Und ich stelle die bepflanzte Blumenschale ab,
winterfest bepflanzt.
Rauhreif wird kommen,
sich auf die Nadeln senken
wie Kristalle und weißer Staub.
Ich bin gern allein da,
allein, ohne einsam zu sein,
weil ich Zeit habe,
meinen Erinnerungen zu begegnen,
mit ihnen zu reden, leise, ganz leise,
die zarte Sprache der Erinnerungen.
Den Namen noch einmal sagen,
die dürren Worte auf dem Grabstein,
wie die Anrede eines Briefes,
geschrieben an die Erinnerung,
die Daten lesen,
sich an Geburtstage erinnern,
damals immer im Winter,
festlich, manchmal etwas steif.
Manchmal herzlich und fröhlich,
auch anstrengend manchmal,
manchmal heiter.
Und auch der Todestag, damals,
und wie wir alle zusammenrückten,
die Umarmungen noch spüren und die Tränen,
die Zeit bleibt stehen,
die Jahre sind vergangen.
Das Datum bleibt,
aufgehoben, behütet, bewahrt,
auch, wenn es wehtat, loszulassen.
Auch meine Daten werden einmal stehen,
ein Anfang, und jedes Jahr neu ein guter Tag.
Und auch ein Ende.
Wer wird dann stehen, Jahre später,
die Daten betrachten,
an einem ruhigen, kalten und sonnigen
Novembermorgen, wieder da stehen?
Ein Grabstein,
ein umpflanztes Feld, sonnenbeschienen.
Grenzen und Strahlen,
beides.

Atlantik Madeira CH

Grenzen und Strahlen, beides.

Quelle

Michael Schibilsky, Trauerwege, Patmos Verlag, 1996, 5. Auflage, S. 268f

Nach Rücksprache mit dem Patmos Verlag: Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Christel Schibilski als Inhaberin der Urheberrechte. Bielefeld, 09.11.2016